Die meisten Partnerprogramme scheitern nicht an der Idee, sondern an der Umsetzung. Hier die elf häufigsten Fehler im Programmmanagement.
1. Kein klares Ziel
Wer ohne Ziel startet, kann nicht beurteilen, ob das Programm erfolgreich ist. Legen Sie fest, ob es um Verkäufe, Neukunden, Kundenbindung oder Warenkorb geht. Nur Markenbekanntheit ist selten ein Fall für ein Partnerprogramm. Siehe Ziele festlegen.
2. „Anmelden und warten“
Ein Programm anzumelden und zu erwarten, dass Umsätze von allein kommen, funktioniert nicht. Ein Programm braucht Aufbau, Betreuung und laufende Verbesserung. Im ungünstigen Fall schadet es sogar der Marke.
3. Eine Provision für alle
Die pauschale Provision „Marge minus etwas“ berücksichtigt weder Netzwerkgebühren noch Kundenwert, Partnertypen oder Aktionen. Sie ist meist zu hoch für manche und zu niedrig für andere Partner. Siehe Das Provisionsmodell.
4. Die Konkurrenz kopieren
Konkurrenzanalyse ist wichtig, ein kopiertes Modell aber nur dann sinnvoll, wenn Ihre Margen, Warenkörbe und Kundenwerte ähnlich sind. Rechnen Sie das eigene Modell, siehe Provisionsmodell berechnen.
5. Kein Spielraum für Anreize
Wer die Maximalprovision als Standard zahlt, kann keine Staffeln, Boni oder Aktionen finanzieren. Planen Sie 30 bis 40 Prozent als Reserve ein.
6. Unklare Programmbedingungen
Ohne klare Regeln lässt sich Markenmissbrauch, Gutscheinmissbrauch oder unerwünschte Werbung nicht beanstanden. Schreiben Sie auf, wo und wie Sie beworben werden wollen und wo nicht. Siehe Programmbedingungen.
7. Shop-AGB als Programmbedingungen
Häufig werden die Allgemeinen Geschäftsbedingungen des Shops oder die Endkunden-AGB kurzerhand als Programmbedingungen hinterlegt. Das passt nicht: Die Shop-AGB regeln den Kaufvertrag mit dem Endkunden, also Bestellung, Versand, Widerruf und Gewährleistung. Ein Partner schließt aber keinen Kaufvertrag mit Ihnen, sondern nimmt an Ihrem Programm teil. Dafür brauchen Sie eigene Programmbedingungen. Sie regeln, welche Provision wann entsteht, wie lange das Tracking gilt, wann Provisionen storniert werden und wann sie ausgezahlt werden. Dazu gehören erlaubte und verbotene Werbeformen, die Nutzung von Marke und Werbemitteln, Haftung und Kündigung. Fehlen diese Regeln, haben Sie bei Streitfällen wie Gutscheinmissbrauch, Markenbegriffen oder Stornos keine Handhabe. Lassen Sie die Programmbedingungen im Zweifel juristisch prüfen und hinterlegen Sie sie im Programmprofil des Netzwerks. Siehe Programmbedingungen.
8. Zu wenige oder veraltete Werbemittel
Nur Banner anzubieten, schließt Preisvergleiche und Contentpartner aus. Fehlt ein Deeplinkgenerator, bleibt Partnern nur die Startseite. Und Aktionsbanner, die nach der Aktion weiterlaufen, verärgern Kunden. Siehe Werbemittel im Überblick.
9. Tracking nicht getestet
Ein Tracking, das nie mit Testbestellungen geprüft wurde, verliert Transaktionen oder erfasst sie falsch, besonders im Zusammenspiel mit Consent-Managern. Nach jedem Shop-Update erneut testen. Siehe Tracking und Tests.
10. Langsame Freigabe, fehlende Kontrolle
Wer Bewerbungen wochenlang liegen lässt, verliert gute Partner. Wer alles ungeprüft freigibt, riskiert Missbrauch. Beides lässt sich vermeiden, siehe Partnerfreigabe und Missbrauch erkennen und Marke schützen.
11. Keine Kommunikation, keine Auswertung
Partner, die nur bei Problemen von Ihnen hören, werden inaktiv. Und wer nicht nach Partnertyp, Neu- und Bestandskunden auswertet, weiß nicht, wo das Programm Geld verdient. Das Provisionsmodell ist nie in Stein gemeißelt, sondern gehört regelmäßig geprüft. Siehe Kommunikation mit Partnern und Kennzahlen und Auswertung.
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